Lifestyle Yoga

Meine Morgen-Routine

Als ich von meiner Yogalehrer-Ausbildung letzten November zurück kam, versuchte ich gleich morgens nach dem Aufstehen Yoga zu üben. Ich wollte einen guten, nachhaltigen Start in den Tag haben und dachte ich brauche eine ausgiebige, spirituelle Morgen-Routine, um ein guter Yogi zu sein.

Ihr könnt an dieser Stelle raten, wie oft und gut das geklappt hat 😉

Ich musste mich jeden Morgen (an dem ich es  überhaupt versucht habe) auf die Matte zwingen und habe so relativ schnell die Freude an der Sache verloren. Irgendwann musste ich schließlich akzeptieren, dass eine 90-minütige Ashtanga Praxis am morgen einfach nichts für mich ist. Und das war alles andere als einfach.

Was blieb war trotz allem das Bedürfnis mich morgens zu bewegen, die Steifheit aus meinem Körper zu vertreiben und achtsam in den Tag zu starten. Ausserdem hatte ich mir zum Jahreswechsel das Ziel gesetzt regelmäßig zu üben und zu meditieren.

Seit dieser Woche probiere ich darum was Neues aus:
  • Ich stehe auf, trinke ein Glas Wasser mit frisch gepresstem Zitronensaft und schreibe in mein Tagebuch (zum Tagebuch wird es in Kürze auch noch einen eigenen Artikel geben).
  • Dann gucke ich Instagram und Mails durch (diesen Punkt ans Ende der Liste zu verfrachten, ist meine nächste Aufgabe).
  • Meistens trinke ich noch einen Kaffee und dann rolle ich meine Matte aus.
  • Ich übe, ganz simpel, 10 Sonnengrüße ganz ohne Musik und völlig im Einklang mit meiner Atmung.
  • Danach setze ich mich hin und meditiere 5 Min mit der Headspace-App (auch hierzu werde ich noch einen eigenen Artikel schreiben).

Die eigentliche Prozedur (d.h. die letzten zwei Punkte) dauert gerade mal eine halbe Stunde. Das hilft mir positiv in den Tag zu starten, bevor ich mich an den Schreibtisch setze und anfange zu arbeiten. Zeit für eine ausgiebigere Praxis habe ich dann am Abend, wobei es auch nicht zwingend jeden Abend dazu kommt.

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, warum erzählt sie mir das alles?!

Vielleicht gehörst ja auch du zu denjenigen, die Schwierigkeiten haben am Ball zu bleiben oder möchtest eine sinnvolle Morgen-Routine oder überhaupt eine Routine etablieren. Darum möchte ich meine Erfahrungen mit dir teilen.

Finde deine Morgen-Routine
  1. Frage dich wie deine Praxis in deinen Tag passt und NICHT wie dein Tag in deine Praxis passt. Zwinge dich nicht zu irgendetwas, dass du nicht genießen kannst oder was dich „leiden“ lässt. Das ist alles andere als nachhaltig und du wirst das sicher nicht sehr lange beibehalten. Vielleicht ist es bei dir auch eher eine Abend-Routine, mit Reflexion des vergangenen Tages und eine schöne Vorbereitung auf den Schlaf. Das ist ganz genauso wertvoll.
  2. Es ist DEIN Weg: Du musst dich damit wohlfühlen – dies ist nur ein Vorschlag, wie eine Morgen-Routine aussehen kann. Muss  nicht heissen, dass das auch für dich das Richtige ist. Wir sind alle so verschieden – manche Menschen sind Earlybirds und manche sind Eulen, so wie ich.
  3. Finde heraus was dir ein gutes Gefühl verschafft. Mach dich auf die Suche und genieße den Weg. Höre immer wieder in dich hinein, fühlt sich das gut an? Und wenn du schließlich das Richtige für dich gefunden hast, bleib dabei und zieh‘ es durch (beharrliches Üben – Abhyasa). Auch wenn es nicht die Routine ist, die du dir zu Anfang vorgestellt hast, praktizierst du das Prinzip des Los-Lösens (Vairagya). Eine großartige Lektion.
  4. Last but not least: Mach dich nicht fertig, wenn es mal nicht klappt (Vairagya). Morgen ist ein neuer Tag, an dem du wieder von Vorn starten kannst. Negative Gedanken über dich selbst helfen grundsätzlich nicht weiter. Solltest du allerdings bemerken, dass sich das Auslassen immer weiter einschleicht, musst du vielleicht erneut auf die Suche gehen und was anderes ausprobieren.

Und wer weiß, vielleicht muss auch ich noch weiter suchen… Nichts ist endgültig und Irren ist menschlich.

Teile gerne deine Erfahrungen oder deine Morgen-Routine mit mir in den Kommentaren. Ich bin gespannt und freue mich von dir zu hören.

P.S.: Dieser Beitrag und die Suche nach meiner eigenen täglichen spirituellen Praxis (Sadhana) wurden von meiner Jivamukti-Lehrerin Katja und dem Jivamukti Fokus des Monats inspiriert. Diesen könnt ihr hier in englischer Originalfassung oder auch auf Deutsch übersetzt nachlesen: https://peaceyoga.de/fokus-des-monats/